Bandimo

Ratgeber

Click und Backing-Tracks nur auf die In-Ears

Die Band spielt zum Click, dazu laufen Keys, Chöre oder Percussion vom Rechner mit. Das Publikum soll die Backing-Tracks hören – den Click und die Ansagen aber nie. So legst du alles sauber getrennt ins Digitalpult.

Das Prinzip

Der Rechner spielt Click, Ansagen und Backing-Tracks über getrennte Ausgänge ab. Am Pult kommt jeder Ausgang auf einem eigenen Kanal an. Die Backing-Tracks gehen wie ein Instrument auf die PA und in die Monitor-Mixe. Click und Ansagen dagegen gehen nur auf die Monitor-Busse – nicht auf die Summe. So bleibt der Saal sauber, und jeder regelt den Click in seinem eigenen Mix.

1. Die Ausgänge planen

Lege vorher fest, was auf welchem Ausgang des Rechners liegt. Ein bewährtes Schema für acht USB-Kanäle:

  • 1–2: Backing-Track in Stereo – auf PA und Monitore
  • 3: Click – nur In-Ears
  • 4: Ansagen („Refrain“, „Bridge“, „Noch 2 Takte“) – nur In-Ears
  • 5–8: einzelne Stems, z. B. Keys, Chöre, Percussion – auf PA und Monitore, getrennt regelbar

Mit einem Digitalpult brauchst du dafür meist kein eigenes Audio-Interface: X32, X Air (XR18), WING, Ui24R und viele andere haben ein USB-Audio-Interface eingebaut, das in beide Richtungen arbeitet.

2. Die USB-Rückwege auf Kanäle legen

Was der Rechner über USB ausgibt, kommt am Pult als USB- bzw. Card-Eingang an. Diese Eingänge legst du auf freie Kanäle:

  • X32/M32: Im Routing die Card-Eingänge (Card 1–8) auf einen Block freier Kanäle legen, z. B. 25–32, oder auf die Aux-Eingänge.
  • X Air (XR18/MR18): Bei den Eingängen die Quelle der gewünschten Kanäle auf USB stellen.
  • WING: Als Quelle der Kanäle die USB-Eingänge wählen.

Benenne die Kanäle eindeutig – „CLICK“, „CUES“, „TRACKS L/R“. Die Namen erscheinen auch in den Monitor-Apps der Band.

3. Click und Ansagen aus der PA heraushalten

Der wichtigste Schritt: Click- und Ansage-Kanal dürfen nicht auf die Summe (Main LR) gehen. Ein heruntergezogener Fader reicht nicht – den schiebt beim Soundcheck schnell jemand hoch. Nimm die Zuweisung zur Summe am Kanal heraus (am X32 die LR-Zuweisung des Kanals ausschalten).

  • Pre-Fader auf die Monitor-Busse: Die Sends von Click und Ansagen auf die In-Ear-Busse vor dem Fader abgreifen. Dann hängen sie nicht am (ohnehin unten stehenden) Kanal-Fader.
  • Keine Effekte: Click und Ansagen nicht auf Hall oder Delay schicken – sonst landen sie über den Effekt-Return doch in der PA.
  • Gegenprobe: Beim Soundcheck den Click laufen lassen und an der PA hören. Ist er dort leise zu hören, prüfe Summen-Zuweisung, Effekt-Sends und Matrizen.

4. Backing-Tracks einbinden

Die Backing-Tracks behandelst du wie ein weiteres Instrument: auf die Summe und in die Monitor-Mixe derer, die sie hören wollen. Ein Low-Cut bei Chören oder Keys und ein vernünftiger Pegel beim Einpegeln (wie bei jedem anderen Kanal) machen den Unterschied. Getrennte Stems sind praktisch, wenn ein Raum zu viel Bass hat oder die Chöre zu laut sind – dann regelst du nur diese Spur.

5. Vorzähler und Ansagen

Ein Vorzähler von ein oder zwei Takten auf dem Click gibt allen den Einsatz. Gesprochene Ansagen vor Formteilen („Refrain“, „Break“) helfen, wenn ein Song anders läuft als in der Probe oder ein Aushilfsmusiker mitspielt. Beides gehört wie der Click nur auf die In-Ears.

Ablauf von Bandimo auf einem iPad: Klick, Befehlsspur, Backing-Track und Cue-Spur mit Ansagen auf einer Zeitachse
Der Ablauf von Bandimo: Klick, Backing-Track und Ansagen eines Liedes, jede Spur mit eigenem Ausgang

So geht es mit Bandimo

  1. Rechner per USB ans Pult anschließen und in Bandimo unter Einstellungen › Pult & Audio das Audiogerät des Pults wählen.
  2. Nur Click: Im Metronom oben links über den Lautsprecher-Knopf den Ausgang wählen, z. B. USB-Ausgang 3. Das Metronom übernimmt Tempo und Taktart des aktiven Liedes aus der Setliste – der Click stimmt bei jedem Lied von selbst.
  3. Click mit Backing-Tracks: In der Ansicht Ablauf die Audiodateien zum Lied hochladen – auch Mehrspur-WAVs aus der DAW, dann wird jeder Kanal eine eigene Spur. Jede Spur bekommt ihren eigenen Ausgang, etwa das Playback auf 1–2 und die Stems auf 5–8.
  4. Klick zu den Spuren einschalten, den ersten Schlag an die Aufnahme anpassen (die Klick-Zeile einfach waagerecht ziehen) und einen Vorzähler wählen. Der Klick läuft sample-genau mit den Spuren auf dem Ausgang des Metronoms.
  5. Mit + Cue-Spur Ansagen an die passenden Stellen setzen – Bandimo spricht sie mit der Sprachausgabe des Systems und mischt sie auf ihren eigenen Ausgang.
  6. Im Monitor-Mix regelt dann jeder selbst, wie laut Click, Ansagen und Tracks in seinen In-Ears sind.

Das Metronom gibt es in allen Paketen, auch in Free. Der Ablauf mit Backing-Tracks, Cue- und Befehlsspuren gehört zu Pro – Befehlsspuren schalten an festen Stellen auch Licht, Nebel, MIDI-Patches oder Samples.

Tipps aus der Praxis

  • Der Rechner ist jetzt ein Bandmitglied: Energiesparen und Benachrichtigungen aus, Updates nicht kurz vor dem Gig, Netzteil dran. Ein Systemton mitten im Song landet sonst womöglich direkt in den In-Ears.
  • Click-Lautstärke für den Drummer zuerst: Der Schlagzeuger braucht den Click meist deutlich lauter als alle anderen – genau dafür sind getrennte Monitor-Mixe da.
  • Einen Plan B haben: Überlegt vorher, wie ihr weiterspielt, falls die Tracks ausfallen – etwa ohne Playback, mit dem Drummer als Taktgeber.
  • Ansagen kurz halten: Ein, zwei Worte, rechtzeitig vor dem Formteil. Lange Sätze überdecken den Gesang im Ohr.

Ausführlich: Ablauf: Backing-Tracks, Klick, Ansagen und Befehle, Metronom und Audio über USB einrichten in der Bedienungsanleitung. Überblick: Ablauf & Backing-Tracks.